George A. Bonanno

Die andere Seite der Trauer
Verlustschmerz und Trauma aus eigener Kraft überwinden

Aus dem Amerikanischen von Michael Halfbrodt

Mit einem Vor- und Nachwort von Hilarion G. Petzold

2012, ISBN 978-3-89528-888-3,
276 Seiten, kart. EUR 28,-

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Leseprobe: PDF-Datei, 1 MB


George A. Bonanno räumt mit der in modernen westlichen Zivilisationen dominierenden Vorstellung auf, Trauer müsse ein überwältigender, lang dauernder Prozess sein, der intensive „Trauerarbeit“ (Freud) erforderlich mache. Andernfalls würden Depressionen, psychosomatische Störungen usw. drohen. Doch das ist falsch. Das zeigen langjährige Untersuchungen der internationalen Trauerforschung, von denen dieses Buch in fesselnder Weise berichtet. Sie revolutionieren das Verständnis von Trauerprozessen.

George A. Bonanno und seine ForscherkollegInnen zeigen durch ihre Studien und anhand zahlreicher konkreter Beispiele: Traumata können überwunden werden, und Trauer macht produktive Verarbeitungsprozesse möglich, weil die meisten Menschen über Resilienz – eine natürliche Überwindungskraft – verfügen, die es ihnen ermöglicht, auch nach dem Verlust geliebter Menschen in konstruktiver Weise weiterzuleben.

Bonannos Buch hat eine positive Botschaft: Es kann Trauernden bei der lösungsorientierten Verarbeitung eines schweren Verlustes helfen, aus eigener Kraft die innere Balance wiederzufinden, das eigene Leben wieder in den Griff zu bekommen und dabei im Trauerprozess als Mensch zu wachsen. Für Angehörige und Freunde bietet es grundlegende Verstehenshilfen zum Trauergeschehen, und Menschen in helfenden Berufen – ÄrztInnen, PsychotherapeutInnen, Pflegekräfte, SeelsorgerInnen, HospizmitarbeiterInnen – ist dieses Buch eine unverzichtbare Informationsquelle.



George A. Bonanno ist einer der kenntnisreichsten und renommiertesten Trauerforscher überhaupt. Er lehrt als Professor für Klinische Psychologie an der Columbia Universität in New York und forscht auf höchst kreative Weise über Verlusterfahrungen, Trauer, Trauma in den USA, China und Palästina.


Inhalt:
  • Hilarion G. Petzold: Vorwort

  • Anmerkung des Verfassers

  • Kapitel 1  Das Schlimmste, was überhaupt nur passieren konnte

  • Kapitel 2  Ein wenig Geschichte

  • Kapitel 3  Kummer und Lachen

  • Kapitel 4  Resilienz

  • Kapitel 5  Whatever Gets You Through the Night

  • Kapitel 6  Erleichterung

  • Kapitel 7  Wenn die Trauer das Kommando übernimmt

  • Kapitel 8  Angst und Neugier

  • Kapitel 9  Zwischen »war«, »ist« und »wird sein«

  • Kapitel 10  Sich das Jenseits vorstellen

  • Kapitel 11  Chinesische Trauerrituale

  • Kapitel 12  Aufblühen im Angesicht von Not und Elend

  • Danksagungen

  • Hilarion G. Petzold: »Natürliche Resilienz« – wieder aufstehen nach Schicksalsschlägen. Ein Nachwort

  • Anmerkungen

  • Literaturverzeichnis

  • Register



George A. Bonanno im Interview zu seinem Buch auf YouTube.

Aus der Kritik:


Ein faszinierendes und berührendes Buch, das seine innovative Sicht auf Verlust, Trauma und Trauer mit aktuellen Forschungsergebnissen untermauert und unser Verständnis der Trauerprozesse von Grund auf verändert.
Prof. Dr. mult. Hilarion G. Petzold (Europäische Akademie für psychosoziale Gesundheit)

Bonanno hat sorgfältig das wissenschaftliche Material zusammengetragen und zeigt, dass das meiste, von dem wir sicher waren, es zu wissen, schlichtweg falsch ist.
Prof. Dr. Daniel Gilbert (Harvard University)

Bonanno hat unser Denken darüber revolutioniert, wie Menschen auf Verlust und Trauma reagieren.
Prof. Dr. Susan Nolen-Hoeksema (Yale-University)

Paradigmenwechsel in der Trauerforschung:
George A. Bonannos „Die andere Seite der Trauer“ im aktuellen Heft von „Psychologie heute“
Titelthema der aktuellen „Psychologie heute“ (erscheint am 9. Mai) ist: „Mut zur Trauer. Wie wir Verluste gut bewältigen“. Auf den Seiten 26-29 werden zentrale Kapitel aus unserer Neuerscheinung Die andere Seite der Trauer. Verlustschmerz und Trauma aus eigener Kraft überwinden von George A. Bonanno abgedruckt. Der Chefredakteur von „Psychologie heute“, Heiko Ernst, schreibt über dieses Buch im Editorial des Hefts:
„Trauer kann uns stärker machen. Der Psychologe und Resilienzforscher George A. Bonanno leitet gerade […] eine neue Phase in der Trauerforschung ein, vielleicht sogar einen Paradigmenwechsel. In seinem vor kurzem erschienenen Buch Die andere Seite der Trauer stellt er fest: Trauer weckt zum einen fast immer natürliche Widerstandskraft, die uns hilft, erschütternde Verluste nicht nur unbeschädigt zu überstehen, sondern - und das ist ihre „andere Seite“ - reifere und reflektiertere Menschen zu werden. Zum anderen verschafft uns erlebte Trauer auch eine erlernte Resilienz. Die macht uns generell lebenstüchtiger angesichts von Stress und Widrigkeiten aller Art.“ (Psychologie heute. Juni 2012, S. 3)


Trauern bedeutet Arbeit, die gründlich und in der „richtigen“ Reihenfolge abgeleistet werden muss - so viel glaubten wir zu wissen. Doch der amerikanische Psychologe George A. Bonanno zeichnet ein etwas anderes Bild des Trauerns. Ohne die Schmerzen beim Verlust eines Nahestehenden kleinzureden, zeigt Bonanno, dass viele Menschen belastbarer sind und flexibler mit dem Trauern umgehen können, als manch mechanisch anmutende Modelle der Trauerarbeit suggerieren.
Hilal Szegin (Besondere Empfehlung der Sachbuch-Bestenliste von Süddeutsche Zeitung und NDR für den Monat August; Quelle: Börsenblatt. Magazin für den Deutschen Buchhandel, 9. August 2012)

[Diese Untersuchungen] revolutionieren das Verständnis von Trauerprozessen.
mp in „Main Echo“ (13.09.2012)




Forschungsergebnisse wie die des Sozialpsychologen George A. Bonanno sind geeignet, uns Trost zu spenden.
Ursula Nuber im Editorial zu „Psychologie Heute compact“ (November 2012)

Der Mensch - aufs Überleben programmiert
Der Trauma- und Trauerforscher George A. Bonanno stellt gängige Vorstellungen über Trauer infrage. Seine wichtigste Erkenntnis: Trauer ist nichts Übermächtiges. Die meisten Menschen sind widerstandsfähig und bewältigen selbst schwere Verluste gut.
Redaktionelle Vorbemerkung zum Abdruck einiger Kapitel aus dem Buch von George A. Bonanno in „Psychologie Heute compact“ (November 2012)
(Thema des Hefts: „Ziemlich stark! Wie wir Krisen, Schmerz und Leid bewältigen“)

Trauerforscher Bonanno war einer der ersten, die systematisch die Gefühle Hinterbliebener untersuchten. Er schildert seine Ergebnisse und räumt mit vielen Vorurteilen über das Trauern auf. Hilfreich ist das nicht nur für die Trauernden selbst, sondern für alle, die mit Hinterbliebenen zu tun haben.
Lektüreempfehlung in „Der Spiegel Wissen“ (4/2012), Thema des Hefts: „Abschied nehmen. Vom Umgang mit dem Sterben“

[…] das Buch stellt unser bisheriges Verständnis von Trauerprozessen auf den Kopf. [Bonanno] und seine ForscherkollegInnen zeigen durch Studien auf […]: Traumata können überwunden werden, und Trauer macht produktive Verarbeitungsprozesse möglich, weil die meisten Menschen über Resilienz verfügen […]. Für Therapeuten ist dieses Buch Pflichtlektüre. […]
Martin J. Waibel in „Integrative Bewegungstherapie“ (1/2012)

[…] Gestützt auf zahlreiche Fallgeschichten fordert Bonanno ein neues Verstehen des Trauergeschehens, wodurch Betroffene und helfende Berufe zu einem neuen lösungsorientierten Ansatz kommen würden. Überzeugend dargestellte und gut verständliche Forschungsergebnisse. […]
Freya Rickert in „ekz-Informationsdienst“ der Einkaufszentrale für Öffentliche Bibliotheken (Dezember 2012)

Wechselbäder der Gefühle hätten Theoretiker der Trauer früher als krankhaft angesehen. Sigmund Freud, Verena Kast und John Bowlby gingen davon aus, dass Hinterbliebenen Spätfolgen wie Depressionen drohten, wenn sie ihre Trauer nicht verarbeiteten. Heiterkeit und Optimismus in der Trauer deutete John Bowlby etwa als „verräterische Zeichen“ dafür, dass das psychische Gleichgewicht des Hinterbliebenen gestört ist. Dem widerspricht die neuere Forschung: „Positive Gefühle können mehr als nur anzeigen, dass wir uns gut fühlen, und sie kommen in nahezu jeder Lebenslage vor, selbst in so schwierigen Situationen wie der Trauer“, schreibt der Pionier der empirischen Trauerforschung, George Bonanno, in seinem 2012 erschienenen Buch Die andere Seite der Trauer. Die meisten Menschen besitzen ihm zufolge eine natürliche Fähigkeit, Verluste zu überwinden und nach dem Tod geliebter Menschen wieder aufzublühen. Kummer und Lachen sind laut Bonanno spontane und natürliche Reaktionen auf einen Verlust. Seine Forschungen zeigen, dass die meisten Hinterbliebenen sogar lachen können, wenn sie über Verstorbene reden. Das echte Lächeln, das sogenannte Duchenne-Lächeln, ist ebenfalls unter Trauernden zu beobachten. In einer Studie an Witwen und Witwern stellte der Forscher fest, dass es sogar bei der psychischen Genesung hilft: Die Probanden seiner Studien, die während der ersten Monate nach dem Tod ihres Lebenspartners lachten, waren während der ersten beiden Jahre der Trauer psychisch gesünder als die anderen.
Arnd Zickgraf in „ZEIT-ONLINE“: Gesundheit (12/2012)
Zum vollständigen ArtikeL: http://www.zeit.de/wissen/2012-12/Trauerforschung-Gefuehle

Der amerikanische Psychologe hat die empirische Trauerforschung begründet und viele vermeintliche Wahrheiten zur Trauer als Mythen entlarvt. Seine These lautet: Der Mensch ist für die Trauer gemacht. Ein faktenreiches und zugleich einfühlsames Sachbuch, das auch zeigt, wie andere Kulturen mit dem Verlust geliebter Menschen umgehen.
Literaturtipp der Redaktion „planet wissen“ (30.01.13)
Weitere Infos: http://www.planet-wissen.de/sendungen/2013/01/30_tod.jsp

[...] [Bonanno:] Trauer ist ein selbstverständlicher, ggfs. auch recht kurzer Prozess, der in der Regel von allen Menschen geleistet werden kann, weil sie die notwendige natürliche Überwindungskraft (Resilienz) dazu mitbringen; Trauer macht produktive Verarbeitungsprozesse möglich!
Thomas Bernhard in „lehrerbibliothek.de“ (Februar 2013)